Zur Wahl in Hessen – Am Sonntag ist Wahl in Hessen – was dazu jetzt schon gesagt werden kann

Zur Wahl in Hessen – Am Sonntag ist Wahl in Hessen – was dazu jetzt schon gesagt werden kann

23. Oktober 2018 Aus Von Marcel

Die Ergebnisse der Landtagswahl in Bayern sitzen einigen Parteien noch tief in den Knochen, kaum wird schon im nächsten Bundesland gewählt. Am kommenden Sonntag, den 28.10.2018 finden die Wahlen zum hessischen Landtag statt.4,38 Millionen Wahlberechtigte können am Sonntag dann ihre Stimme abgeben. In Hessen wird in 55 Kreisen gewählt. Zu Wahl stehen 23 Parteien. Aus 797 Kanditen können die Hessen dann ihre Vertreter in den Landtag wählen. Mindestens 110 Abgeordnete werden es, durch Überhangsmandate könnte sich diese Zahl sogar noch erhöhen. Wählen kann jeder, der über 18 Jahre alt ist und seit mindestens drei Monaten in Hessen lebt. In einigen Fällen kann das Wahlrecht entzogen werden, das gilt nicht nur für Straftäter, sondern auch für einige Menschen mit Behinderungen. Auch die Briefwahl ist in Hessen möglich (Quelle: Hessenschau, Stand: 22.10.2018). Derzeit regiert in Hessen eine schwarz-grüne Koalition, der amtierende Ministerpräsident ist seit 2010 der CDU-Politiker Volker Bouffier. Sein Herausforderer ist der SPD-Politiker Thorsten Schäfer-Gümbel. Doch wie jede Landtagswahl, sagen die Wahlergebnisse natürlich mehr aus. Auch wenn Politiker gerne auf die Unabhängigkeit der Landtagswahl verweisen: sie sind in erster Linie auch eine Rückmeldung dafür, was auf Bundesebene passiert. Führende Politiker der CDU-Spitze, darunter auch die Bundeskanzlerin, warnen zurzeit von den möglichen Folgen der Stimmverluste der CDU. In Umfragen lagen deren Werte bei 26 Prozent, die des Koalitionspartners der Grünen bei knapp 20 Prozent. Die SPD scheint zumindest laut Umfragen noch bei 21 Prozent zu liegen (Quelle: Tagesschau, Stand 22.10.2018). Die Grünen scheinen sich also auch diesem Sonntag auf Rekordwerte freuen zu können.

Welche Themen zeichnen die Landtagswahl aus?

Wahlthemen sind in Hessen neben dem Umweltschutz auch Lehrermangel, bezahlbare Mieten und genug Wohnraum, sowie der Strukturwandel von Stadt und Land. In Hessen gibt es viele Ballungsräume, in denen sich Firmen ansiedeln und Wohnraum knapp und teuer wird. Dem gegenüber stehen ländliche Regionen, in denen die Erhaltung von Infrastruktur ein wichtiger Punkt ist. Aber auch der Tourismus ist in Hessen Wahlkampfthema. Auch einige bedeutende Städte liegen in Hessen, so wie Frankfurt am Main. Dort steht derzeit noch die Diskussion über das Dieselfahrverbot aus – ein Thema, was in der Bevölkerung für viel Frustration sorgt.

Was bedeuten die Umfragewerte konkret?

Deutlich zu erkennen ist an den Umfragewerten die sinkende Beliebtheit der CDU und SPD. Auch wenn die CDU stärkste Partei bleibt, sinken die Umfragewerte unter die 30 %. Zudem reicht kein Bündnis aus zwei Parteien derzeit für eine absolute Mehrheit. Sowohl die bisherige schwarz-grüne Regierung, als auch eine große Koalition wird so nicht möglich sein. Viertstärkste Kraft ist nach derzeitigen Umfragen die AfD. Aber auch den Linken und die FDP scheint das Erreichen der 5 % Hürde wahrscheinlich zu gelingen. Hinsichtlich der Umfragewerte lässt sich also eine klare Botschaft ablesen: so wie bis jetzt soll es nicht weiter gehen! Der Großteil der Bevölkerung hat das Vertrauen in die einstigen Volksparteien verloren. Dennoch sollte bei Betrachtung der Umfragewerte stets beachtet werden, dass diese oft nur eine erste Orientierung darstellen. Je nach Wahlkreis unterscheiden sich auch die Bevölkerungsstruktur und damit die Anliegen der Wähler. Zum Beispiel ist die AfD laut Hessenschau besonders in ländlichen Gebieten Osthessens beliebt – dort, wo verhältnismäßig wenige Ausländer wohnen. In Städten ist besonders der bezahlbare Wohnraum und Armut ein Thema, in ländlichen Gebieten beschäftigt die Menschen die ärztliche Versorgung und das Internet. Mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten hat bisher allerdings noch keine Entscheidung getroffen. Die Umfragewerte können sich also wie bei jeder Wahl noch deutlich ändern, dennoch sind sie eine klare Warnung an die Vertreter der Parteien, sowohl im Land Hessen, als auch in Berlin. Wir sind also gespannt auf die Wahl am Sonntag!