Sklaverei bei Amazon

Sklaverei bei Amazon

28. Oktober 2018 Aus Von Marcel

Amazon ist das größte Online Kaufhaus der Welt. Man kann von Gartenwerkzeugen bis Damenschuhen alles günstig bestellen und noch am selben Tag liefern lassen. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Online Shop Fassade? Das spanische Fernsehen beschreibt die Arbeit als Lagerist für Amazon Germany als große Chance. Mit dieser Hoffnung die große Chance im Leben gefunden zu haben, reisen viele Wanderarbeiter nach Deutschland.  Doch die „Chance“ entpuppt sich für die Arbeiter schnell als große Enttäuschung.

Es sind schlechte Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne, Erniedrigung und Angst bei allen Mitarbeitern. Die Leiharbeiter die bei bestimmten Anlässen, wie den Primeday oder das Weinachtsshopping von Amazon zu großen Massen eingestellt werden, müssen Teilweise um Kaffee in der Kantine betteln. Die Leiharbeiter werden oft für einen Zeitraum für drei Monate eingestellt. Sie kommen aus den verschiedensten Orten wie z.B. Osteuropa. Amazon zahlt ihnen die Unterkunft und die Busfahrt zum Lager. Diese Busse sind sollen sehr häufig überfüllt sein, so dass es zu Verspätungen kommt die, den Arbeitern vom Lohn abgezogen bekommen.

Als Unterkunft bucht Amazon heruntergekommene Ferienparks, die dann überastet werden mit bis zu 150 Wanderarbeitern. Menschen werden zu zehnt in eine Hütte gestopft, die eigentlich nur für 4 Personen ausgerichtet sind. Die meisten Arbeiter werden im hessischen Kirchheim untergebracht. Die Organisation für die Unterkünfte übergibt der Konzern Subunternehmen. Die Angestellten der Subunternehmen zählen nicht die Menschen, sondern die 150% Auslastung eines Busses. Das heißt in einem Beispiel sollten es 200 Personen sein, wären knapp drei Busse (50 P. + 25 Personen) sein.

In den Unterkünften sind überall Regeln und Zeiten ausgeschildert die besagen, wann Einkaufs-, Essens-, Schlaf- und Arbeitszeiten sind. In den Regeln steht auch, dass die Arbeiter jederzeit durchsucht werden dürfen vom Sicherheitspersonal. Die Hotels und Ferienparkbetreiber beurteilen die Menschen nach, deren Herkunft. So werden Arbeiter mit polnischen Hintergrund als sauberer und fleißiger beschrieben. Viele Familien sind oft über die Feiertage getrennt und müssen in Deutschland Geld verdienen. Diese Wanderarbeit ist für alle Beteiligten sehr hart und gestaltet sich nicht angenehm.

Bis zu 17 Kilometer pro Tag müssen die Arbeiter tagtäglich gehen. Es kommt so schnell zu Verletzungen im Beinbereich und zu Schwellungen an der Haut. Dazu kommen die Bedingungen mit der Nahrung die ausschließlich kalt ist und von den Angestellten bezahlt werden muss. Heiner Reimann von der ver.di sagt, dass die Mitarbeiter „faktisch rechtlos“ sind, weil die Leiharbeiter keine Möglichkeit haben sich zu beschweren und die Angst besteht wieder nach Hause geschickt zu werden. Amazons Taktik mit den Leiharbeitern wird in den USA „hire and fire“ genannt.

Ein Busfahrer der Leiharbeiter sagt, dass er die Menschlichkeit vermisst. Die Mitarbeiter in der Kantine müssen teilweise in der Kantine betteln. Teilweise wird der Amazon Betrieb als moderner Sklavenhandel bezeichnet. Zu den Feiertagen ist nicht mal jeder vierte Arbeiter regulär beschäftigt. Die Leiharbeiter müssen teilweise in den Kantinen schlafen, weil die Busse nur einmal am Tag zum Lager fahren und einmal zurück und um diese Zeit sinnvoll zu nutzen müssen die Arbeiter schlafen.  Für viele Leiharbeiter ist das Alltag.

Die Arbeiter sehen sich als kleinen Teil einer großen Maschine. Die Betriebsseelsorger der Diakonie sehen viele Menschen die den Druck als Lagerist bei Amazon unter diesen Umständen nicht aushalten. Die Security beobachtet die Arbeiter in den Unterkünften rund um die Uhr. Es werden immer wieder Taschenkontrollen durchgeführt. Den Arbeitern ist es verboten ein Brötchen zu nehmen oder sonstige Lebensmittel. Die Sicherheitskräfte tragen alle eine schwarze Uniformjacke, Lederstiefel und einen kurzen Militärhandschnitt. Allein durch die Anwesenheit der Sicherheitskräfte sind die Arbeiter eingeschüchtert.

Die Sicherheitskräfte verschaffen sich ohne Erlaubnis der Arbeiter Zugriff zu den Unterkünften und fotografieren den Zustand der Küche und der privaten Schlafzimmer. Die Sicherheitskräfte fährt regelmäßig mit schweren Fahrzeugen auf Streife durch die Unterkünfte.  Sollten sich Mitarbeiter über die Unterbringung beschweren, werden sie wegen Kleinigkeiten wie das trocknen von Wäsche auf der Heizung fristlos gekündigt. Einige Sicherheitskräfte tragen Kapuzenpullis der Marke Thor Steinar. Thor Steinar ist ein Erkennungszeichen der Neonazis, damit auch in vielen Bundesligastadien verboten. Aus diesen Gründen stellte Amazon den Verkauf dieser Jacken und Kapuzenpullis ein. Als Reporter versuchten die Zustände in den Motels und Ferienparks zu dokumentieren, wurden sie vom Sicherheitspersonal eingesperrt und mussten mit der Polizei hinaus eskortiert werden.

Der Sicherheitsdienst der die Anlagen überwacht nennt sich H.E.S.S Security. Der Name erinnert an den Vertreter von Adolf Hitler, an Rudolf Hess. Doch der Name soll nur für die Abkürzung Hensel European Security Services stehen.  Das Unternehmen verkaufte auch Kleidung der Marke „Commando Industries“, welche vom Innenministerium als rechtsextrem eingestuft wird. Mehrere Mitarbeiter der Firma haben einen rechtsextremen Hintergrund oder werden der Hooligan Szene zu geordnet. Der Amazon Konzern gibt auf Anfragen zum Sicherheitsdienst keine Antwort.

Am Ende werden die Mitarbeiter die über Weihnachten unsere Pakete gepackt haben, wieder zurückgeschickt wie diese Pakete. Sobald Amazon mit weniger Bestellungen rechnen muss, werden die Mitarbeiter entlassen und die Zukunft ist für diese Menschen wieder ungewiss. Nach einer Ausstrahlung der ZDF Doku erklärte Amazon sich von dem Sicherheitsdienst sowie von den Jobtouristikunternehmen getrennt zu haben, prüfen können wir diese Aussage nicht. Die Bundesagentur für Arbeit ordnete eine Sonderprüfung bei den Subunternehmen an und stellte dabei mehrere Verstöße gegen das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz fest. Auch der Bundestag diskutierte über die Bedingungen der Arbeit für Amazon (Video der Diskussion auf der nächsten Seite).